Warmes Essen für Mitarbeitende - Frisch und heiß in 60 Sekunden

Christian Vorbau und Felix Blaschke sorgten in den ersten Monaten der Corona-Pandemie mit ihrem Start-up Sentias für Aufsehen, das FFP2-Masken „Made in Wuppertal” anbot – und auch weiterhin anbietet. Nun haben sie eine neue Firma gegründet namens Ventrendo. Hier steht der „Hot Food Spot” im Mittelpunkt.

Mit dem „Hot Food Spot“ hat Ventrendo einen Essensautomaten entwickelt, der warmes Essen für die Mitarbeiterverpflegung von Firmen anbietet. Dabei kommt das Essen innerhalb von 60 Sekunden warm aus dem Automaten und muss nicht erst ausgepackt und in einer Mikrowelle heiß gemacht werden. Mit dieser Methode sind Ventrendo die einzigen in Deutschland, es ist ihr Unique Selling Point.

Die Idee entstand in den Spitzenzeiten der Maskenproduktion bei Sentias, als im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr an sieben Tagen produziert wurde. Bei den regelmäßigen Personalgesprächen gab es immer wieder einen Punkt, der von Mitarbeiterseite bemängelt wurde: Dass man eben keine eigene Kantine hatte, weil der Betrieb schlicht zu klein dafür war und weil auch die Lieferdienst-Situation in diesem Teil von Cronenberg nicht ideal ist, vor allem ab 22 Uhr.

„Dann haben wir einfach den Markt sondiert und geschaut, was es eigentlich für Angebote gibt, und haben nichts gefunden, was wir richtig gut finden. Dann haben wir selbst herumexperimentiert und den ,Hot Food Spot` entwickelt“, erklärt Christian Vorbau. Die Entwicklung dauerte gut zwei Jahre und im Mai letzten Jahres wurde das Gerät schließlich auf der Bergischen Expo vorgestellt. Der Automat wurde komplett selbst entwickelt, inklusive der Software und einer dazugehörigen App.

Was den „Hot Food Spot“ einzigartig macht, ist, dass er das Essen direkt warm in einer geschlossenen Skin-Verpackung ausgibt und dadurch der ganze Vorgang hygienisch vonstattengeht. Das Essen wird von einer Foodmanufaktur in der Region gekocht, direkt vakuumiert und gekühlt und an die Standorte geliefert. Die Haltbarkeit beträgt je nach Gericht sieben bis zwölf Tage. Die Mitarbeiter können das Essen per App aussuchen und bestellen – dann wird es für sechs Stunden reserviert – oder man geht direkt an den Automaten und bestellt, bezahlt wird bargeldlos. Auch die übliche Bezuschussung des Essens für Mitarbeiter von Firmenseite aus kann die App handhaben.

Geeignet ist der Automat nicht nur für Betriebe ohne Kantine, er kann auch ein Kantinenangebot ergänzen, wenn diese ab Nachmittag geschlossen hat und die Spät- und Nachtschicht antritt. Pro Automat können 150 bis 200 Mitarbeiter versorgt werden, er bietet dabei wöchentlich zwischen acht und zwölf Gerichte aus einer Gesamtauswahl von circa 20 Gerichten an. „Wir haben mittlerweile eine Umfrageaktion in der App, das heißt, die Mitarbeiter können mitbestimmen und ihre zwei Favoriten für die kommende Woche wählen. Das hilft uns natürlich beim Einkauf und wir wollen ja auch, dass den Kunden das Essen schmeckt, dass die Gerichte drin sind, die sie auch haben möchten”, erklärt Felix Blaschke.

Die untere Grenze, bei der sich die Aufstellung lohnt, liegt bei 25 Gerichten pro Woche, abgerechnet wird über eine Servicepauschale, die auch die Miete des Geräts umfasst. Bisher haben Christian Vorbau und Felix Blaschke 14 Automaten im Bergischen Land aufgestellt, bis zum Sommer sind sechs weitere geplant. Darüber hinaus wollen die beiden Gründer Ventrendo bundesweit anbieten, Anfragen gab es bereits, aber dafür würden sie Venture-Kapital benötigen. „Wir wollen auf jeden Fall bundesweit expandieren. Das Gute ist, dass unsere Foodmanufaktur auch die Infrastruktur dafür hat, um das zu leisten, damit das weiterhin alles aus einer Hand kommt und wir auch den Service bieten können, der unseren und den Ansprüchen der Kunden genügt”, ergänzt Christian Vorbau.

Text: Tassilo Dicke

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