Digitale Resilienz für die Region - NRW-Modellregion Cybersicherheit
Beim Auftakt der Veranstaltungsreihe „Cybersicherheit im Bergischen Mittelstand“ ging es um digitale Angriffe und die Vorbereitung darauf.
Anfang März wurde in Solingen anschaulich, wie schnell Unternehmen angreifbar sein können. Rund 30 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, IT-Verantwortliche und Entscheider aus dem Bergischen Städtedreieck nahmen teil an der Veranstaltung „Cybersicherheit im Bergischen Mittelstand“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie real die Bedrohung durch Cyberangriffe ist und welche Konsequenzen sich daraus für die eigene Organisation ergeben.
Die Antwort fällt eindeutig aus. Cyberangriffe gehören inzwischen zum unternehmerischen Alltag. Dabei hat sich der Fokus in den vergangenen Jahren deutlich verschoben: Neben großen Unternehmen geraten zunehmend kleine und mittlere Betriebe ins Visier. Sie gelten häufig als leichter angreifbar und werden nicht selten als Einstiegspunkt in größere Wertschöpfungsnetzwerke genutzt. Vor diesem Hintergrund ist im Oktober 2025 die NRW-Modellregion Cybersicherheit im Bergischen Städtedreieck gestartet. Ziel ist es, Unternehmen beim Aufbau von Sicherheitsstrukturen zu unterstützen und Cybersicherheit stärker in der Unternehmensorganisation zu verankern.
Im Zentrum steht dabei ein kooperativer Ansatz. Unternehmen, IT-Sicherheitsanbieter und wissenschaftliche Einrichtungen sollen enger zusammenarbeiten, um Wissen zu bündeln und im Ernstfall schnell reagieren zu können. Perspektivisch ist vorgesehen, Netzwerkstrukturen aufzubauen, die Unternehmen im Fall eines Cyberangriffs gezielt unterstützen. „Wir wollen Cybersicherheit als strategisches Thema in die Unternehmen bringen, die sich damit noch nicht ausreichend be-schäftigt haben“, sagt Projektleiter Thomas Lämmer-Gamp.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden konkrete Projekte umgesetzt. So wird derzeit etwa ein Planspiel für Auszubildende entwickelt, in dem sie lernen, Cyberangriffe auf ihr Unternehmen zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Damit setzt die Modellregion bewusst früh an und stärkt die Sensibilität für IT-Sicherheit bereits in der Ausbildung.
Wie groß der Bedarf an praxisnaher Unterstützung ist, zeigte sich auch bei der Fachveranstaltung „Vorbereitet auf IT-Krisen – Erste Schritte für einen Notfallplan für Unternehmen“, die Ende März in Siegburg stattfand. Dort ging es um Notfallplanung nach Cyberangriffen, um Krisenabläufe im Ernstfall und um erste Schritte beim Aufbau unternehmensinterner Reaktionsstrukturen. Stephan A. Vogelskamp berichtete dort mit weiteren Praxisakteuren über Erfahrungen aus der betrieblichen Perspektive.
Cyberangriffe sind Teil globaler Entwicklungen und werden professionell organisiert. Gleichzeitig entstehen kontinuierlich neue Sicherheitslücken. Die Modellregion setzt hier an und entwickelt ein breites Angebot für den Mittelstand – von Qualifizierungsformaten über Austauschplattformen bis hin zu praxisnahen Unterstützungsstrukturen. Es geht darum, Unternehmen in die Lage zu versetzen, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren – also, vorbereitet zu sein. Für viele Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden Perspektivwechsel.
Text/Foto: Janina Zogass
Mit personellen Veränderungen und neuem Tagungsort ist der Bergische Rat in seine neue Amtsperiode gestartet: Bei der konstituierenden Sitzung am 27. März wurde Benjamin Thunecke (SPD) zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Klaus Jürgen Reese (SPD). Zu stellvertretenden Vorsitzenden bestimmte das Gremium Bernd Quinting (CDU) und Liliane Viola Pollmann (Grüne).
Bereits zum zweiten Mal fand die Sitzung nicht in einem Ratssaal sondern auf dem Change Campus Solingen statt – dort, wo auch die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSWG) ihren Sitz hat. Der Perspektivwechsel steht sinnbildlich für die Neuausrichtung des Gremiums: weg von klassischen Sitzungsformaten, hin zu mehr Austausch, Dialog und gemeinsamer regionaler Strategieentwicklung. Dieses neue Format knüpft an die Erfahrungen aus dem World-Café-Prozess 2025 an, in dem mehr Interaktion und Werkstattformate angeregt wurden.
Der Bergische Rat vereint 50 Vertreterinnen und Vertreter aus den Stadträten von Remscheid, Solingen und Wuppertal. Gemeinsam mit den Sparkassen der drei Städte sowie der Bergischen IHK tragen die drei Städte die BSWG und damit Verantwortung für Zukunftsfragen des Strukturwandels im Städtedreieck.
Inhaltlich stand die Weiterentwicklung der Gremienarbeit im Fokus. Themen wie regionale Innovationsförderung, Infrastrukturentwicklung und Transformationsprojekte – etwa im Bereich Automotive, Hochwasserschutz oder Fachkräftesicherung – sollen noch enger mit den politischen Akteuren verzahnt werden. Die regionale Zusammenarbeit im Städtedreieck soll sichtbarer, vernetzter und wirksamer werden.
Text: Janina Zogass