Seit 160 Jahren - Spezialmesser für die ganze Welt
Die Firma Zico Zimmermann hat sich auf Fleischwolfmesser und Lochscheiben für die Lebensmittelindustrie spezialisiert. Der bereits 1866 gegründete Betrieb liefert seine Produkte aus Remscheid in die ganze Welt.
„Wir sehen uns als klassisches Familienunternehmen“, sagt Friedrich Mahnert, der in der siebten Generation die Geschäfte von Zico Zimmermann führt. Sein Vater Ulrich Mahnert ist in der Firma nach wie vor aktiv, hat sich aber aus dem operativen Bereich zurückgezogen. Das Portfolio von Zico Zimmermann reicht von Fleischwolfmessern und Lochscheiben über Spezialmesser für die Feinstzerkleinerung bis hin zu Kuttermessern, Klingen und Sägeblättern. Darüber hinaus sind auch Sonderanfertigungen möglich. Beliefert werden Händlerstrukturen in der Lebensmittelbranche und Maschinenbauunternehmen. Mittlerweile werden die Einsätze neben der fleischverarbeitenden Industrie auch zur Spinatzerkleinerung, für vegane Produkte und Babynahrung verwendet. „Wir sind weltweit tätig, fühlen uns aber nach wie vor der Region sehr verbunden“, erklärt Friedrich Mahnert.
Er ist mit der Firma aufgewachsen und hat 2017 die Geschäftsführung angetreten. „Das Bewusstsein dafür, Verantwortung zu übernehmen, wurde mir in die Wiege gelegt“, sagt der 42-Jährige. Gleichwohl ist er beruflich zunächst seinen eigenen Weg gegangen. Auf eine Ausbildung zum Schlossermeister folgten ein Studium der Betriebswirtschaft und Erfahrungen in anderen Unternehmen. „Meine Eltern haben mich zu nichts gedrängt“, sagt Friedrich Mahnert. Die Entwicklung der Firma hat er aber durch eine nebenberufliche Tätigkeit früh begleitet. „Ich bin mir unserer langen Tradition sehr bewusst.“
Bereits 1866 wurde Zico Zimmermann als metallverarbeitender Betrieb gegründet. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erfolgte der Umzug zum jetzigen Standort an der Rosentalstraße in Remscheid-Lüttringhausen. Die Firma konzentriert sich seitdem auf Messer und Lochscheiben. In den 1920er- und 30er-Jahren wurde sie stark erweitert. Den Zweiten Weltkrieg überstand Zico Zimmermann ohne größere Schäden. Danach erlebte die Firma einen weiteren Aufschwung und hatte teilweise über 60 Mitarbeiter. Seitdem ist viel passiert. Der umfassende Innovationsprozess wurde von Ulrich Mahnert bereits vor 25 Jahren begonnen. Friedrich Mahnert hat darauf aufgebaut und insbesondere den Maschinenpark mit Schwerpunkt Automatisierung modernisiert. „Wir haben fast alle Maschinen ersetzt, was natürlich erhebliche Investitionen erforderte“, berichtet der Geschäftsführer. Diese Ausrichtung mit Blick auf die Zukunft hat sich ausgezahlt. „Seit 2012 verzeichnen wir ein stetiges Wachstum“, so Mahnert. Der Umsatz lag im letzten Jahr bei fünf Millionen Euro. Während an der Fassade des Betriebs noch das traditionelle Logo von Zico Zimmermann auf die lange Geschichte verweist, laufen in den großen Hallen modernste CNC-Maschinen. Was früher händisch ablief, übernehmen heute Roboter. Selbst Bohrungen mit einem Durchmesser von 0,5 Millimeter sind möglich. Davon können auf einer Platte bis zu 24.000 Stück vorhanden sein. Mit dem Automatisierungsprozess hat die Firma auch auf den aktuellen Fachkräftemangel reagiert. Derzeit hat der Betrieb 19 Beschäftigte. Die Produkte von Zico Zimmermann können nachgeschliffen und dadurch mehrfach verwendet werden.
Für eine nachhaltige Energieversorgung wurde eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert. „Ein Drittel unseres Stroms erzeugen wir selbst“, erklärt Friedrich Mahnert. Durch die spezielle Fertigungstechnik gibt es mittlerweile eine enge Kooperation mit dem Fraunhofer Institut. „Auch darauf sind wir stolz“, so der Geschäftsführer.
Text: Eike Birkmeier