- Neue Wettbewerbsfaktoren
Digitale Transformation beginnt nicht unbedingt mit einem humanoiden Roboter. Zeitgleich spielen KI, Automatisierung und Cybersicherheit eine entscheidende Rolle bei unternehmerischer Zukunftsfähigkeit.
Vielleicht geht es, zum Beispiel in einer Produktionshalle im bergischen Städtedreieck, erst einmal um eine Kamera, die einen Produktionsschritt überwacht, um Sensoren an einer Maschine oder um eine Software, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Auswertung technischer Daten unterstützt. Maßgeblich ist, einer konkreten Herausforderung effizienter zu begegnen. So stark Wuppertal, Solingen und Remscheid aufgrund ihrer industriellen Tradition, ihrer spezialisierten Unternehmen und gewachsenen Kompetenzen in der Metallverarbeitung, Werkzeug- und Schneidwarenindustrie sind – auch dort stehen viele Betriebe unter Druck: steigende Kosten, sinkende Fachkräfteanzahl, internationaler Wettbewerb, Investitionen in moderne Produktionsmethoden. Das macht Digitalisierung inzwischen zu einer Frage der Wettbewerbsfähigkeit statt nur zu einem Thema für IT-Spezialisierte. Der Gedanke, das bergische Städtedreieck stärker als KI-Modellregion zu positionieren – unter anderem geäußert auf dem diesjährigen Sommerempfang der Bergischen IHK – ist deshalb durchaus begründet. Künstliche Intelligenz kann dabei unterstützen, Wertschöpfung in der Region zu halten und neue Perspektiven zu schaffen.
Nach Angaben der IHK NRW setzen bereits 38 Prozent der landesweit ansässigen Unternehmen KI-Anwendungen ein. Weitere 32 Prozent planen den Einstieg. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Optimierung industrieller Produktionsprozesse über datenbasierte Entscheidungen bis zur Unterstützung von Beschäftigten in Verwaltung, Logistik und Dienstleistung – passend zu der Frage, an welcher Stelle eine digitale Lösung einen wirtschaftlichen Nutzen generiert. Die Antwortspanne ist breit: Das kann etwa die automatische Erkennung von Qualitätsabweichungen sein. Oder ein System, das frühzeitig Wartungsbedarfe meldet, Produktionsdaten auswertet oder technische Dokumentationen schneller verfügbar macht. Im Kaufmännischen ist Support bei Routinetätigkeiten wie Recherche, Angebots- und Rechnungserstellung sowie interner Informationssammlung denkbar. Entscheidungen über Qualität, Haftung und Kundenbeziehungen hingegen sollten eine unternehmerische und fachliche Aufgabe bleiben. Zusammenschlüsse entstehen gezielt Das Bergische KI-Netzwerk hilft Organisationen, gegründet von Bergischer IHK, Gründerschmiede Remscheid, Mittelstand-Digital Zentrum Zukunftskultur und weiteren Partnern, bei Orientierung und Einstieg, etwa mit Best Practices, Austauschformaten und regionaler Expertise. Der nächste Bergische KI-Summit findet am 8. Oktober 2026 statt. Aktiv in diesem Feld ist auch die Bergische Universität Wuppertal. Die Forschungsprojekte umfassen unter anderem industrielles Deep Learning, maschinelles Lernen und KI-basierte Verfahren zur Qualitäts- und Prozessoptimierung. Ein Beispiel ist das Projekt REVEAL, das eine ressourceneffiziente Elastomerproduktion durch KI-gestützte Optimierung untersucht. Die Kombination aus Forschung und Wirtschaft trägt einen wichtigen Faktor dazu bei, um Technologien unter realen Bedingungen zu erproben. Gerade für mittelständische Unternehmen ist dies relevant, insbesondere, wenn eigene Entwicklungsabteilungen über zu wenige Ressourcen verfügen oder gar nicht existieren. Auch das im Februar dieses Jahres gestartete Projekt change.hub Bergisches Städtedreieck hat zum Ziel, Unternehmen zu mehr Zukunftsfähigkeit zu verhelfen. Der Fokus liegt auf der Herausforderung regionaler Manufakturen und ihren manuell geprägten Produktionsprozessen: Erfahrung, Materialgefühl und situative Entscheidungen lassen sich nicht einfach in standardisierte Befehle übersetzen. Deshalb verbindet change.hub als Transferplattform Unternehmen, Wissenschaft und regionale Partner. Geplant sind Pilotprojekte in Betrieben, eine Testinfrastruktur für sensitive Robotik und Qualifizierungsangebote. So entstehen Automatisierungslösungen nicht am Reißbrett, sondern in konkreten Pilot-Umgebungen.
Je stärker Unternehmen ihre Abläufe vernetzen, desto größer wird allerdings auch der Sicherheitsaspekt. Produktionsanlagen, Warenwirtschaft, Cloud-Anwendungen, E-Mail-Systeme und digitale Schnittstellen zu Lieferanten sind miteinander verbunden. Ein Angriff auf einen einzelnen Zugang kann sich auf den gesamten Betrieb auswirken. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bewertete die Lage in Deutschland 2025 weiterhin als angespannt. Als besonders problematisch galten demnach unzureichend geschützte Angriffsflächen. Für KMU ist das eine besondere Herausforderung, da sie fast dieselben Anforderungen an Verfügbarkeit, Datenschutz und Produktionssicherheit erfüllen müssen wie Konzerne, aber selten über ausreichend Ressourcen verfügen. An diesem Punkt setzt die NRW-Modellregion Cybersicherheit Bergisches Städtedreieck an. Das Projekt bringt Unternehmen, Anbieter von Sicherheitslösungen und Forschungseinrichtungen in einem kooperativen Netzwerk zusammen, um widerstandsfähiger gegen Angriffe zu werden und eigene Kompetenzen aufzubauen. Gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal sind Forschungs- und Entwicklungsprojekte vorgesehen.
Und auch der rechtliche Rahmen für KI ändert sich. Seit dem 2. August 2026 gelten nach aktueller Einordnung wesentliche Transparenzpflichten des europäischen AI Acts. Unternehmen müssen unter anderem prüfen, ob Nutzerinnen und Nutzer erkennen können, wenn sie mit einem KI-System interagieren oder Inhalte künstlich erzeugt wurden. Für Betriebe bedeutet das nicht zwingend, jede Anwendung sofort juristisch prüfen zu lassen – wohl aber, einen Überblick zu gewinnen: Welche KI-Tools werden im Unternehmen genutzt? Welche Daten werden verarbeitet? Wer trägt Ergebnis-Verantwortung? Sind die Beschäftigten versiert im Umgang mit KI-Systemen? Laut IHK NRW sind neben dem AI Act auch Qualifizierung, digitale Netze und verlässliche Rahmenbedingungen Voraussetzungen für eine breite KI-Nutzung. Weiterbildung wird damit zum Standortfaktor.
Universität, Forschung und kommunale Digitalisierungsstrategie. Schneidwaren, Design und Fertigung. Mittelständische Industrie und Gründungsstrukturen. Wuppertal, Solingen und Remscheid bringen unterschiedliche Stärken ein – und die bereiten den Boden für gemeinsame Testfelder für Robotik, Weiterbildungsangebote und Sicherheitschecks. Einen Rahmen bietet von September bis Dezember die KI-Biennale 2026: Wenn die Region zum KI-Campus wird, schafft das Chancen für die Wirtschaft, den theoretischen Austausch in Werkstätten, Büros und Ausbildungsbetriebe praktisch fortzusetzen. So kann sukzessive eine digitale Industrieregion entstehen. Nicht in einem einzelnen Großprojekt, sondern in vielen kleinen Schritten: beispielsweise in einem Pilotversuch, einem geschützten Datennetz, einer Weiterbildung und einer Kooperation über Stadtgrenzen hinweg. Auf diese Weise kann die Wirtschaft Möglichkeiten nutzen, ihre regionale Identität zu bewahren, mitunter zu schärfen und zugleich digital handlungsfähig zu bleiben.
Ein Werkleiter sucht die Rückmeldung eines Kunden zu einer Charge aus dem Vorjahr. Er weiß nur nicht mehr, ob sie in einer Mail steht, im Prüfprotokoll oder in der Besprechungsnotiz. Nach vierzig Minuten suchen will er den Kollegen fragen, der damals dabei war. Der ist im Urlaub.
Diese vierzig Minuten sind der eigentliche Anlass, über künstliche Intelligenz nachzudenken. Nicht der Wettbewerber, der etwas mit KI macht. Sondern die Beobachtung, dass ein Betrieb sein eigenes Wissen nicht wiederfindet.
An dieser Stelle wird es schnell technisch, und genau dort gehen Vorhaben verloren. Dabei genügt zunächst eine einzige Frage, um fast jedes Vorhaben zu sortieren:
Wer Wissen sucht, das in Texten steckt, in Verträgen, Handbüchern, Protokollen, der braucht etwas anderes als jemand, der kalkulatorische Summen, Filter und vollständige Auswertungen über große Datenbestände braucht. Der Unterschied entsteht nicht im KI-Sprachmodell, sondern in der Schicht darunter, in der Art, wie die Daten aufbereitet sind. Die Unterscheidung klingt banal, ist aber eine der wichtigsten Fragen bei der Auswahl einer Unternehmens-KI.
Die Belegschaft bekommt eine gemeinsame KI-Plattform, vorhandene Speicher werden angebunden, Fragen werden in normaler Sprache gestellt. Der Nutzen ist in Wochen spürbar. Was dieser Weg nicht leistet, gehört im selben Atemzug gesagt: Für belastbare Auswertungen über große Datensätze ist er nicht gebaut. Eine Summe, die stimmig aussieht, kann falsch sein, und sie sieht genauso überzeugend aus wie eine richtige.
Erst entsteht eine belastbare Datenschicht, dann kommen die Antworten darauf. Das dauert etwas länger. Dafür lässt sich am Ende mit den Ergebnissen arbeiten, auch wenn viele Zahlen, z. B. aus einem ERP-System, im Spiel sind. Der Prüfstein ist banal und trennt trotzdem die Anbieter: Dieselbe freigegebene Abfrage auf demselben Datensatz muss dasselbe Ergebnis liefern. Wer das nicht zusichern kann, hat eine Textsuche gebaut und nennt sie Wissensbasis.
Mit dieser Frage beginnt keine sinnvolle KI-Strategie. Sondern mit: In welchen Systemen steckt eigentlich welches Wissen und was davon muss die KI für unseren konkreten Anwendungsfall verstehen?“
Vor dem Start werden die Erfolgskriterien schriftlich festgehalten, und zwar messbar: Welche zehn Fragen muss das System beantworten, und woran erkennen wir, dass die Antwort brauchbar ist? Diese Liste entsteht in den Fachbereichen, nicht in der IT.
Dann läuft eine Teststellung mit echten Unterlagen, nicht mit Beispieldaten. Ein Bereich genügt.
Am Ende steht eine Auswertung gegen die vorher festgelegten Kriterien. Sie muss auch nein sagen dürfen. Ein Test, dessen Ergebnis von vornherein feststeht, ist keine Erprobung, sondern eine Beschaffung mit Umweg.
Am Ende sollte in der Geschäftsführung jemand sitzen, der erklären kann, warum es dieser Weg geworden ist und kein anderer. Das ist der Unterschied zwischen einer Anschaffung und einer Entscheidung. Dafür braucht es keine Fachkenntnis, sondern nur die richtige Reihenfolge der Fragen.
Eine kurze Einordnung mit nur acht Fragen gibt es unter ki-strategium.ai, ohne Anmeldung. Kosten: 4 Minuten Ihrer Zeit.
Thomas Schwittlich ist TÜV-zertifizierter AI-Consultant und begleitet mittelständische Unternehmen bei der Einführung von KI-Anwendungen auf Basis des eigenen Firmenwissens. Sein Kompendium „KI im Klartext" erschien jüngst im August mit einem Marktvergleich und verständlicher Analyse welcher Weg für wen passt. Auf dem Mittelstandskongress in Freiburg im Oktober 2026 ist er mit einem eigenen Stand vertreten.
KI Strategium · ki-strategium.ai
Für Unternehmen im Bergischen Land sind produktive Meetings, inspirierende Workshops und wirkungsvolle Teamevents entscheidend für den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Das historische Gut Landscheid in Burscheid bietet genau dafür das ideale Umfeld: Eine gelungene Symbiose aus ruhiger Naturkulisse, modernen Tagungsräumen und gehobener Gastronomie, die den perfekten Rahmen für Ihre erfolgreiche Veranstaltung schafft.
Ganz gleich, ob es sich um ein vertrauliches Vorstandsmeeting, ein Strategieseminar oder eine Schulung handelt – auf Gut Landscheid finden Sie maßgeschneiderte Raumkonzepte für bis zu 60 Personen. Die lichtdurchfluteten Tagungsräume mit Raumgrößen von bis zu 75 m² bieten viel Platz für konzentriertes und ungestörtes Arbeiten in angenehmer Atmosphäre.
Alle Räumlichkeiten sind mit Tageslicht, verdunkelbaren Fenstern sowie moderner Medientechnik – von HD-Beamern und Leinwänden bis hin zu kostenfreiem WLAN, Flipcharts und Moderationskoffern – ausgestattet. Flexible Bestuhlungsoptionen (parlamentarisch, U-Form, Block oder Reihenbestuhlung) garantieren, dass sich die Räume exakt an die Anforderungen Ihres Formats anpassen.
Eine gelungene Tagung lebt auch von erstklassiger Verpflegung. Kulinarisch verwöhnt das hauseigene Restaurant „13null1“ Ihr Team auf hohem Niveau. Das Angebot reicht von erfrischenden Kaffeepausen mit leichten Snacks über regionale Mittagsspeisen bis hin zu exklusiven Business-Dinner-Events. So schöpfen Ihre Mitarbeiter und Geschäftspartner neue Energie für frische Ideen.
Ein besonderes Highlight von Gut Landscheid ist das vielseitige Angebot an maßgeschneiderten Rahmenprogrammen. Schließlich entstehen die besten Impulse oft außerhalb des Konferenzraums. Unternehmen können ihre Tagungen um exklusive Teamevents ergänzen, die den Teamgeist stärken:
Golf-Seminare: Nutzen Sie die Umgebung für eine Einführung in den Golfsport oder entspannte Networking-Runden auf dem Grün.
Gesellige Gruppen-BBQs: Genießen Sie ein erstklassiges Barbecue im parkähnlichen Außenbereich ideal als stilvoller Abschluss eines Arbeitstages.
Teambuilding & Naturerlebnis: Ob Präzisionstraining beim Bogenschießen oder moderierte Weindegustationen, die Angebote verbinden professionelles Arbeiten mit außergewöhnlichen Erlebnismomenten.
Mitten im Bergischen Land bietet Gut Landscheid wohltuenden Abstand zum Arbeitsalltag und ist der ideale Ort, um Kreativität und frischen Ideen freien Lauf zu lassen. Planen Sie jetzt Ihre nächste Veranstaltung auf Gut Landscheid. Anfragen können Sie diese telefonisch unter 02174 398-90 oder direkt online unter www.gutlandscheid.de