Silbermedaille bei Wettbewerb der Kleingärten NRW - Achtsamer Umgang mit der Natur
Regina Küchler ist Vorsitzende des Kleingärtnervereins KGV Böhlerfeld in Wuppertal. Den Verein gibt es seit 1949. Im vergangenen Jahr wurde er ausgezeichnet mit der Silbermedaille beim Landeswettbewerb der Kleingärten NRW und dem Sonderpreis für das ökologische Konzept.
Stolz ist Regina Küchler vor allem darauf, dass der KGV Böhlerfeld im vergangenen Jahr die Silbermedaille beim Landeswettbewerb der Kleingärten NRW gewonnen hat. Zusätzlich gab es einen Sonderpreis für das ökologische Konzept. Denn das ist genau das, was diesen ganz und gar nicht spießigen Kleingarten auszeichnet: „Unser Ziel ist das ökologische und nachhaltige Gärtnern“, sagt sie. „Wir wollen gemeinsam die Sorten und Arten schützen und fördern.“ Und das ist nicht immer so einfach: Die Idee des „mähfreien Mai“ stieß zunächst nicht auf ausschließliche Zustimmung, überzeugte aber dann doch, denn eine große Artenvielfalt entstand dadurch. Schon die Kleinsten lernen diese Art des Gärtnerns. Mit vielen unterschiedlichen Projekten, die Regina Küchler im Team oder selbst durchführt, lernen sie, wie unter anderem eine Wildblumenwiese oder eine Kräuterspirale angelegt werden kann. Spannend ist außerdem das Gehege für ausgewilderte Igel. Hier arbeitet der KGV Böhlerfeld mit dem Wuppertaler Verein Netzwerk Igel zusammen.
Auch der Spielplatz wurde natürlich selbst und gemeinschaftlich angelegt. Das Saatgut wird selbst produziert, und zwischen herrlich angelegten Gärten mit Obst, Gemüse und hohen Stauden ist zu spüren, warum Regina Küchler diesen Ort liebt: Es sind die Ruhe und Natur, aber auch ein besonderes Gefühl zur Naturbelassenheit von Blumen, Arten, Obst und Gemüse, das begeistert und entspannt. Der KGV Böhlerfeld wurde im Jahr 1949 gegründet. Das Gelände wurde und wird von der Stadt Wuppertal gepachtet. Auf der steilen Fläche gab es zunächst 33 Parzellen, mittlerweile sind es 97. Sie sind bis zu 320 Quadratmeter groß und bestehen aus Steinlauben und eben dem Garten.
Wer sich für eine Parzelle interessiert, muss zunächst ein Bewerbungsformular ausfüllen, denn ganz klar ist: „Wir wünschen uns, dass die Gärten ökologisch und nachhaltig bewirtschaftet werden.“ Entsprechend wird die Auswahl eines neuen Pächters sehr ernst genommen. Er hat Rechte, aber auch Pflichten: Die Vereinsmitglieder sollen sich gerne engagieren und gemeinschaftlich arbeiten wollen. „Ganz wichtig ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen und beraten“, betont die Vereinsvorsitzende. Dieser Aspekt der Beratung ist hier wichtig. Ein Schulungsgarten ist vor ein paar Jahren eingerichtet worden, in dem in Fachseminaren Theorie und Praxis des nachhaltigen Gärtnerns vermittelt wird. Daneben können die Kinder ihre eigenen Beete anlegen und selbst pflegen. Ungewöhnlich ist auch das öffentliche Hochbeet, das allen Menschen, die durch den Kleingartenverein schlendern, zur Verfügung steht. Dank einer Kooperation mit einem Imker kann der KGV Böhlerfeld sogar einen eigenen Honig anbieten. Familien und Paare haben einen Garten gepachtet, aber auch alleinstehende Menschen – wie die ehemalige Musiklehrerin, die gerne bei Festen mit den Kids musiziert. All das hat sich erst in den vergangenen Jahren so positiv entwickelt, denn im Jahr 2018 stand der KGV Böhlerfeld kurz vor der Insolvenz. Die Pflege des Vereinsgelände war lange vernachlässigt worden, und die finanzielle Lage des Vereins war eher bedrohlich. Durch die Wahl der geprüften Gartenfachberaterin Regina Küchler und einem ganz neuen Team in den Vorstand erholte sich der Verein.
Mit viel Leidenschaft entwickelte sich die Anlage hin zu einer Kleingartenlage, deren Ziel es ist, die Natur achtsam zu bewahren und zu schützen. Die Laube von Regina Küchler übrigens war Liebe auf den ersten Blick: „Als ich sie sah, wusste ich sofort, welches Potenzial hier steckt. Ich bin überzeugt davon, dass der Funke überspringen muss, denn jeder Kleingarten wartet auf den und die richtigen Partner und Partnerin.“
Text: Eva Rüther